23.02.2026
von Maria-Eileen Diehr
Kurz erklärt: Ein Insektenhotel wird vor allem dann angenommen, wenn es geeignete Nistplätze bietet – zum Beispiel saubere Bohrlöcher in Hartholz oder Schilf- und Bambusröhren mit glatten Kanten. Viele „Füllungen“ wie Tannenzapfen, Stroh oder Rindenmulch sehen hübsch aus, helfen aber oft kaum oder können sogar schaden.
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Worum geht’s beim „Füllen“ wirklich?
Viele Insektenhotels sind sehr dekorativ – aber nicht jede Füllung ist für Wildbienen und andere nützliche Insekten sinnvoll. Für gute Belegung brauchst du vor allem solitäre Wildbienen-Nistplätze: Röhren mit passenden Durchmessern, glatten Innenflächen und ohne Splitter.
Gut: Diese Materialien werden häufig angenommen
1) Hartholz mit Bohrlöchern
- Geeignet: Hartholz wie Buche, Eiche, Esche (trocken, rissarm).
- Bohrungen: sauber, ohne Ausfransungen; keine Splitter an der Öffnung.
- Durchmesser: verschiedene Größen, damit mehrere Arten profitieren.
- Wichtig: nicht ins Stirnholz bohren (Rissgefahr) – besser in die Seitenfläche.
2) Schilf- und Bambusröhren
- Glatte Kanten: Röhren sollten sauber geschnitten und entgratet sein.
- Trocken: nur trockenes Material nutzen, damit nichts schimmelt.
- Stabil: Röhren fest einpassen, so dass sie nicht herausrutschen.
3) Pappröhrchen / Nisthülsen (nur hochwertig)
Wenn du Papier- oder Kartonröhrchen nutzt, achte auf stabile Qualität und Schutz vor Feuchtigkeit. Sobald Röhrchen aufweichen, sinkt die Erfolgsquote.
Oft nutzlos oder problematisch: Diese Füllungen bringen wenig
- Tannenzapfen: sehen nett aus, bieten aber selten geeignete Nistplätze.
- Stroh / Heu: wird oft nicht genutzt und kann Feuchtigkeit halten.
- Rindenmulch / Holzschnitzel: kaum passende Strukturen für Nistgänge.
- Weichholz (z. B. Fichte, Kiefer): reißt leichter, fasert, wird schlechter angenommen.
- Ziegel mit großen Hohlräumen: kann funktionieren, wenn sauber und trocken, wird aber oft überschätzt.
Schädlich: Was du vermeiden solltest
- Ausgefranste Bohrlöcher: verletzen Flügel der Wildbienen.
- Schimmel / Feuchtigkeit: gefährdet Brut und Material.
- Leim / Lacke / behandelte Hölzer: können ausgasen und werden gemieden.
- Metallröhren in der Sonne: werden sehr heiß und können Brut schädigen.
Die besten Durchmesser (praktische Faustregel)
Du brauchst nicht die „perfekte“ Größe – entscheidend ist eine Mischung. Als Faustregel helfen verschiedene Röhren- und Bohrlochdurchmesser, damit mehr Arten eine passende Größe finden.
Checkliste: So erkennst du gutes Nistmaterial
- Öffnungen sind glatt (keine Splitter, keine scharfen Kanten).
- Material ist trocken und bleibt trocken (Regen von vorne vermeiden).
- Niströhren sind stabil fixiert (wackeln nicht).
- Es gibt verschiedene Durchmesser (statt „alles gleich“).
- In der Nähe gibt es Blüten als Nahrung.
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Häufige Fragen: Insektenhotel füllen
Sind Tannenzapfen im Insektenhotel sinnvoll?
Meist nicht. Tannenzapfen sind oft eher Deko und bieten selten passende Nistplätze für Wildbienen.
Welche Füllung wird am häufigsten angenommen?
Bewährt sind saubere Bohrlöcher in Hartholz sowie Schilf- oder Bambusröhren mit glatten Kanten.
Warum sind glatte Kanten so wichtig?
Ausgefranste Öffnungen können Flügel verletzen. Glatte Kanten erhöhen die Chance, dass Wildbienen Röhren nutzen.
Darf ich behandeltes Holz verwenden?
Besser nicht. Lacke, Lasuren oder behandeltes Holz können ausgasen und werden eher gemieden.
Warum wird mein Insektenhotel trotz guter Füllung nicht angenommen?
Häufig liegt es am Standort: zu wenig Sonne, zu feucht, zu windig oder das Hotel wackelt. Prüfe auch, ob in der Nähe Blüten als Nahrung vorhanden sind.